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Herbst 2026 ist Flausch-Herbst. Ob Skandi-Cardigan, Cloud-Pullover oder Tuch in Wolke: Kaum ein Garn verändert ein Strickstück so stark wie ein echtes Mohair-Seide-Lacegarn. In diesem Technik-Guide erklären wir, was hinter der Kombination aus Superkid Mohair und Seide steckt, warum 25 Gramm plötzlich für einen Schal reichen – und wie du das berüchtigt rutschige Flauschgarn entspannt, gleichmäßig und ohne Frust verstrickst.
Im Zentrum steht ein Klassiker, den du bei uns im Shop findest: LANA GROSSA Silkhair – 70 % Superkid Mohair, 30 % Seide, 210 m auf 25 g. Daran zeigen wir dir die komplette Technologie – vom Haar bis zur Masche.
Mohair ist keine Schafwolle, sondern das Langhaar der Angoraziege. Superkid bezeichnet die feinste, erste Schur junger Tiere: besonders lang, fein (oft um 23–25 Mikron), weich und glänzend. Seide – hier Maulbeerseide – ist die stabilste Naturfaser überhaupt. Sie gibt dem hauchdünnen Faden Reißfestigkeit und einen ruhigen Kern, um den sich das Mohairhaar aufblustern kann.
Das Ergebnis ist ein Lace-Kettengarn: Ein hauchdünner Seiden-Kernfaden wird von Mohairfasern umflort. Auf dem Knäuel sieht das fast nach nichts aus – verstrickt entsteht ein Maschenbild mit Halo, also einem feinen Flauschhof um jede Masche. Genau dieser Halo macht Mohair-Seide so beliebt: Er weichzeichnet Colorwork, lässt Lochmuster schweben und gibt glatt rechts gestrickten Flächen Tiefe.
Der Trick ist Luft: Mohairfasern stehen vom Kern ab und schließen extrem viel warme Luft ein. Darum wiegt ein Mohair-Pullover oft nur 180–250 g, wärmt aber wie ein doppelt so schwerer Wollpullover. Wer leicht trägt – etwa bei Nackenproblemen oder auf Reisen – liebt genau das.
Bei Silkhair siehst du unter der Lupe drei Dinge:
1. Der Kern: Ein glatter, leicht glänzender Seidenfaden. Er trägt die Zugkraft. Ohne ihn würde das feine Mohair bei jedem Ruck reißen. Darum kannst du Mohair-Seide erstaunlich fest anziehen – das Garn verzeiht es, weil die Seide hält.
2. Der Flor: Lange, wellige Mohairhaare sind locker um den Kern gesponnen, nicht fest verzwirnt. Deshalb fusselt hochwertiges Mohair kaum in Knötchen (Pilling), sondern legt einen gleichmäßigen Schleier. Billige, kurzfaserige Mohair-Mischungen mit Polyamid brechen schneller – hier merkst du den Unterschied von Superkid-Qualität sofort beim Tragen am Hals.
3. Die Drehung: Lace-Mohair ist bewusst schwach gedreht. Mehr Drehung = kompakter, weniger Halo, mehr Definition. Weniger Drehung = mehr Flausch, weniger Maschendefinition. Wer Zöpfe liebt, sollte Mohair nur als Beilauf nehmen oder ein Kettengarn wie Alpaka wählen – solo schluckt der Halo jedes Zopfrelief.
Solo auf 4,5–5,0 mm: Für alles, was schweben soll – Lace-Tücher, Evening-Sweater, Sommer-Top überm Slip. Maschenprobe Silkhair solo: ca. 18–20 Maschen x 26–28 Reihen auf 10 cm glatt rechts mit 4,5 mm, gewaschen und liegend getrocknet. Das Gestrick ist transparent, federleicht und hat maximalen Halo.
Als Beilauffaden: Der deutsche Lieblings-Trick seit 2020. Du hältst einen Faden Fingering-Garn (z. B. Merino oder Pascuali Pinta aus 60 % Merino, 20 % Seide, 20 % Ramie) zusammen mit einem Faden Silkhair. Effekt: 20–30 % mehr Wärme, weichere Oberfläche, edler Schimmer, kaum Mehrgewicht. Faustregel: Beilauf-Mohair in einer Nuance dunkler als das Hauptgarn wählen – das gibt Tiefe. Ton-in-Ton wählen, wenn es besonders edel wirken soll. Kontrast (z. B. Camel + Creme) nur für Statement-Pieces.
Praxis-Tipp aus der Wollglück-Werkstatt: Wickel beide Fäden gemeinsam zu einem Knäuel oder führe sie aus zwei Schalen. So verdrehen sie sich weniger. Und zähle den Beilauf beim Vernähen einfach mit ein – separates Vernähen fusselt nur auf.
Mohair gleitet schlecht auf mattem Holz und klebt leicht an zu stumpfen Spitzen. Ideal ist eine polierte Metallspitze mit präzisem Übergang und leicht griffiger Oberfläche, die den Flor bremst, ohne ihn zu rupfen. Genau dafür sind strukturierte Metallnadeln gemacht.
Unsere Empfehlung für Lace und Beilauf: Die addiUnicorn Rundstricknadel mit Einhorn-Spiralstruktur – die feine Spiraltextur führt den Faden ruhiger als glattes Messing, die Lace-Spitze sticht sauber in Doppel-Umschläge ein. Für große Tücher oder Pullover im Magic Loop nimmst du das gleiche Prinzip als Set: Das addiClick Novel Lace Long Starter-Set lässt dich Länge und Stärke wechseln, ohne das Projekt abzuziehen – Goldseil-Übergang sei Dank ohne Hängenbleiben des Flors.
Und weil Mohair-Maschen gern vom Seil rutschen, wenn das Projekt in der Tasche wartet: addiToGo Maschensicherung Herzen für 1,5–5,0 mm draufstecken. Klingt banal, rettet aber Lace-Reihen mit 300+ Maschen.
Ehrlich bleiben: Wer sehr empfindlich am Hals ist, spürt auch Superkid. Wer es glatt, kühl und definiert mag, ist mit anderen Technologien glücklicher. Zwei starke Alternativen aus unserem Regal:
Statt Flausch lieber Schimmer + Struktur? Dann ist Pascuali Pinta (60 % Merino, 20 % Seide, 20 % Ramie, RWS) die Technik-Alternative: Ramie – eine Brennesselfaser – gibt trockenen Griff und Stand, Seide Glanz, Merino Weichheit. Kein Halo, dafür gestochen scharfes Maschenbild für Zopf und Struktur. Ideal, wenn du Beilauf-Flausch einmal ausprobieren, aber das Hauptgarn klar definiert willst.
Vegan, kühl und hautmild? Dann schau dir Pascuali Arctic Pearl mit Seacell-Meeresalgen an. Die Faser bindet Algenpulver in Lyocell ein, fühlt sich glatt-kühl an und kommt ganz ohne Tierhaar aus. Technik-Vorteil im Sommer und bei empfindlicher Haut: kein Halo-Kitzel, dafür temperaturausgleichend und wunderbar leicht im Tuch.
Puristisch-luxuriös ohne Flausch? Pascuali Cashmere 6/28 aus 100 % Kaschmir (Sport-Stärke) ist die Gegen-Technologie zu Mohair: kurzstapelig, edel-matt, wärmer pro Gramm als Merino, aber ohne abstehende Haare. Perfekt für Beilauf-Verweigerer, die trotzdem Cloud-Feeling wollen – dann einfach zweifädig verstrickt.
Mohair-Seide will Handwäsche: kalt bis lauwarm, wenig Wollwaschmittel, maximal 10–15 Minuten, nicht wringen. Der Mythos, man dürfe Mohair nie waschen, stimmt nicht – nur Reibung und Temperaturschocks verfilzen. Nach dem Bad liegend auf dem Handtuch in Form ziehen, nicht aufhängen. Rasieren oder Bürsten ist tabu; lose Fussel mit feuchter Hand abstreifen. So aufbewahren, dass Motten keine Chance haben: sauber, trocken, mit Zeder oder Lavendel im Beutel.
Gut zu wissen: Hochwertiges Superkid pillt deutlich weniger als kurzfaseriges Mohair mit Synthetik. Was sich anfangs leicht löst, ist loser Flor aus der Spinnerei – nach der zweiten Wäsche ist das vorbei.
Wenn du ein leichtes, warmes, edel-flauschiges Gestrick willst – solo für Wolke pur oder als Beilauf für Tiefe und Weichheit – führt technisch kaum ein Weg an 70 % Superkid Mohair + 30 % Seide vorbei. 210 Meter pro 25 Gramm machen auch große Projekte bezahlbar und leicht im Gepäck. Starte mit einem Tuch aus 2 Knäueln Silkhair auf einer griffigen Metall-Lace-Nadel wie der addiUnicorn – und du verstehst nach zehn Reihen, warum diese Faser-Technologie seit Jahrzehnten nicht aus der Mode kommt.
Stand: 3. September 2026 – alle Lauflängen, Zusammensetzungen und Verbrauchsangaben geprüft für die hier verlinkten Originalgarne bei Wollglück Handarbeit & Garne.
Ab 45,00 € ist der Versand kostenlos. Darunter kostet er 8,00 €.
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